Donnerstag, 2. Juni 2011

Pfadfinden für alle - Muslimisches Pfadfinden in Deutschland

Hallo zusammen,
als ich heute auf einen Antrag an die Bundesversammlung unseres Verbandes DPSG aufmerksam wurde war ich sehr erfreut: es geht dabei darum, dass wir als katholischer Pfadfinderverband den Aufbau eines muslimischen Pfadfinderverbandes in Deutschland im Rahmen des Rings deutscher Pfadfinderverbände unterstützen könnten.

Manch einer, der weniger mit den Pfadfinder zu tun hat, fragt sich vielleicht, wieso die DPSG selber nicht Kinder und Jugendliche muslimischen Glaubens aufnehmen kann: die Frage ist sicherlich weniger, ob wir es wollen oder nicht, sondern eher, ob wir Kinder und Jugendliche in ihrem Glauben gut begleiten können. Und da fehlt uns als katholischer Pfadfinderverband deutlich die Kompetenz. :-)

Die Pfadfinder sind weltweit nach ihren Glaubensrichtungen organisiert. So gibt es Pfadfinderverbände jüdischen, evangelischen, muslimischen, katholischen, etc. Glaubens, die aber wiederum gemeinsam im Weltpfadfinderverband organisiert sind: sie eint der Auftrag unseres Gründers Baden-Powell, die Welt etwas besser zu verlassen, als man sie angetroffen hat.

Wenn ich daran denke, wieviele Mitbürger hier in Weil am Rhein muslimischen Glaubens sind, dann würde ich mich sehr freuen, wenn wir in wenigen Jahren einmal einen muslimischen Partnerstamm in unserer Stadt begrüßen dürfen - wäre doch eine tolle Sache.

Ich hoffe, dass die Delegierten der 75. Bundesversammlunng die Weisheit haben um diesem Antrag des Bundesvorstandes und unseres Beauftragten für Internationales, Lars Kremm, zu folgen.

Den ganzen Antrag findet ihr hier im Netz auf der Seite der DPSG.

Wie seht ihr das Thema? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Es grüßt euch mit einem herzlichen Gut Pfad

Jörg "Unau"

1 Kommentare:

  1. Guten Abend Jörg,

    vielen Dank für die von dir gestellte spannende Frage, die mich sehr beschäftigt.

    Ich bin von Antrag Nummer 10 der Lübecker 75. DPSG-Bundesversammlung ganz und gar nicht begeistert, weil der (ansonsten bewundernswerte) Verband bisher zum Gesetzesislam und zum islamischen Fundamentalismus vor allem durch Schweigen aufgefallen ist - und das ist zu wenig.

    Natürlich ist das Pfadfindertum global, universell, für alle jungen Menschen gedacht und gemacht - aber es muss mit einem Menschen- und Gesellschaftsbild 'kompatibel' sein, dass eben diesen universellen, weltbürgerlichen Spirit nachhaltig sichert.

    Sunna und Scharia aber 'sichern' die Herabwürdigung der Nichtmuslime und Frauen, einen Kulturrassismus und einen Misogynie. Alle deutschen Islamverbände sind an der Scharia orientiert und damit als gegenmodern-reaktionär zu bezeichnen, wie Alice Schwarzer oder Necla Kelek nüchtern feststellen.

    Die Rolle der Frau im islamischen Recht (Scharia) ist erniedrigt, sie kann als Ehefrau einfach so verstoßen werden (und verliert dabei ihre Kinder), eine Zweitfrau kann sich ihr im Schlafzimmer jederzeit zugesellen.

    Der Vater als Wali Mudschbir kann seine Tochter verheiraten, das islamische Heiratsalter beträgt neun Jahre. Die Frau ist anders nackt als der Mann, nackter, sie muss einen Schleier tragen, sein Haupthaar ist Ehrenhaar, ihres Schamhaar. Das nur in Kürze zum klassischen (orthodoxen) Islam, auf Millî Görüs oder Salafismus gehe ich jetzt gar nicht ein.

    Ich bin mit vielen säkularen Muslimen der Ansicht, dass sich Scharia und Scouting nicht vertragen. WOSM und WAGGGS haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht ... und längst wird zwischen Ägypten, Uganda, Pakistan und Malaysia die scoutistische Jugendarbeit von den saudischen Wahhabiten (Hanbaliten) finanziert.

    Im UN-Mensch3enrechtsrat, Genf, haben die OIC-Staaten (Organisation der Islamsichen Konferenz) die Mehrheit, wenn dort von Menschenrechten gesprochen wird, ist der Begriff der Kairoer Charta (1990) gemeint, nicht derjenige der AEMR (10.12.1948), auf dem unser Grundgesetz beruht.

    Scheich Bentounès, der in Frankreich einen Muslimischen Pfadfinderverband leitet, hat mein Vertrauen in den genannten Punkten noch nicht erwerben können.

    Hier muss deutlich ein Bekenntnis zur AEMR gefordert werden und die Abkehr von der frauenfeindlichen Scharia. Dann erst steht einem koranisch inspirierten deutschen Pfadfinderverband nichts entgegen.

    Das alles sind dynamische Zustände: Im Interesse eines selbst bestimmten Lebens gerade für die Mädchen und Frauen müssen sich Pädagogik, Sozialarbeit und Jugendarbeit gegen die islamische Fundamentalisierung einsetzen, für die islamische Säkularisierung.

    Mit einem wörtlich gelesenen Koran (halbes Erbe für die Frau; Apostasieverbot) sind AEMR und Grundgesetz nicht zu machen. Scouting muss die Integration stark machen, nicht die Segregation (Apartheid).

    Gruß und Gut Pfad
    Cees (vom Blog Eifelginster,
    Pfadfinderische Islamkritik)

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